Pressestimmen

„Trotzdem Lebenslust!“
Nachdenkliche und lustige Texte und Lieder zum Thema Tod

Gross-Gerauer Echo, 26.10.2020
Riedstadt. „Lucia Bornhofen, Birgit Weinmann und Hans-Werner Brun unterhielten am Freitagabend ihr Publikum in der Heinrich-Bonn-Halle mit nachdenklichen und lustigen Texten zum Thema Tod unter dem Titel „Lebenslust“. …
Seit 20 Jahren gibt es die „Wegwarte“, und der Abend war ein Teil einer ganzen Veranstaltungsreihe. Er war der Öffentlichkeit und dem Dank an die ehrenamtlichen Sterbebegleiter gewidmet. Ein zuversichtliches „Trotzdem“ sei es gewesen, das der Veranstaltung den Titel „Lebenslust“ gab, so die Vorsitzende Dorothea Fauser. … die Corona-Pandemie hat das Leben verändert, und das Sterben auch. …

Das zuversichtliche „Trotzdem“ war schon in dem ersten Song von Brun zu spüren. „Ist es am Ende sogar schön? fragt er zu dem, was uns alle erwartet, und was der Beginn von etwas Unbekanntem ist, Sterben und Tod.
„Es war einmal“, so beginnen auch Volksmärchen. Das Märchen vom Mann, der glaubte, er sei tot, widmet sich humorvoll diesem unbekannten Zustand; denn jener Mann hatte die verrückte Idee, vielleicht schon tot zu sein. Als er beim Holzfällen im Schnee seine Hände und Füße eiskalt wahrnahm – angeblich ein untrügliches Zeichen des Ablebens – da legte er sich in den Schnee, und wurde zur Mahlzeit für ein Wolfsrudel. „Und wenn der Mann nicht geglaubt hätte, er wäre tot, dann lebte er noch“, las Birgit Weinmann die Moral.
Das Erinnern an die Verstorbenen gehörte ebenfalls zum Repertoire des Abends: „Ich denk an dich, ich will dich nicht vergessen“, sang Brun seine Hommage an den früh verstorbenen Vater. Und Lucia Bornhofen forderte mit dem Gedicht von Jürg Federspiel dazu auf: „Hinterlass ein Zeichen – gieß Wasser auf die Wüste des Nachbarn.“…
Zum Thema Vermächtnis wünschte sich Heinrich Heine, seinen Feinden „all mein Siechtum und Verderben“ zu hinterlassen. Brun hatte aus den Alpen etliche Grabinschriften gefunden, die er in einem Song voller unfreiwilliger Komik vereint hatte: „Hier ruhen meine Gebeine, ich wollt es wären deine“ oder am Grab eines Zahnarztes: „nun füllt er sein letztes Loch.“
Und so konnte sich der Wunsch Dorothea Fausers erfüllen, nämlich Lebenslust mitzunehmen „in all das Schwere, das uns außerhalb der Halle erwartet.“

www.wegwarte-ried.de